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Simulation innovativer energietechnischer Prozesse

 
Als sehr allgemeiner Oberbegriff umfasst die „Energietechnik“ natürlich eine Vielzahl möglicher Forschungsgebiete. Streng genommen gehören auch die separat ausgewiesenen Forschungsgebiete „Kälte- und Wärmetechnik“ und „Wärmeübertragung bei der Verdampfung“ in dieses Spektrum. Hier soll der Begriff Energietechnik aber im Sinne der Technik der Stromerzeugung, die ggf. mit der Bereitstellung von Wärme und / oder Kälte gekoppelt sein kann, verstanden werden.

In diesem Bereich gilt unser primäres Interesse der Simulation innovativer energietechnischer Prozesse. Beispiele für solche Prozesse sind


emissionsfreie Gasturbinenprozesse

Gasturbine


und


adiabate Luftspeicherkraftwerke.


Luftspeicher


Simulationsprogramme erlauben heute eine präzise Abbildung der verschiedensten energietechnischen Prozesse, sei es im Auslegungspunkt, bei Teillast, oder in transienten Betriebszuständen. Außer für die Optimierung bekannter Prozesse werden diese Programme auch zur Vorhersage des Betriebsverhaltens möglicher zukünftiger Kraftwerksprozesse verwendet. Hier stoßen die Fähigkeiten der Simulationsprogramme aber vielfach an ihre Grenzen. Die Auslegung emissionsfreier Gasturbinenprozesse, die statt mit Luft mit CO2 / Wasser-Gemischen betrieben werden, überfordert z.B. die in die Simulationsprogramme integrierten Algorithmen zur Berechnung von Stoffdaten; die Auslegung adiabater Luftspeicherkraftwerke erfordert die Berechnung von Wärmeübergängen bei sehr hohen Drücken und die Auslegung befeuchteter Gasturbinenprozesse erfordert die Modellierung von bei hohem Druck betriebenen Befeuchtungstürmen – die Liste der Schwachpunkte ließe sich beliebig fortsetzen.
Ziel unserer Arbeiten ist einerseits, das Potential innovativer energietechnischer Prozesse systematisch zu bewerten und aus der Vielzahl von vorgeschlagenen Prozessen die realistischsten Zukunftsoptionen auszuwählen, und andererseits die verfügbaren Programme zur Simulation energietechnischer Prozesse so weiter zu entwickeln, dass auch für ausgefallene Prozessvarianten verlässliche Prognosen möglich werden.

Literatur:

  • A. Bill, R. Span, G. Kelsall und S.-G. Sundkvist: Technology options for „zero emissions“ gas turbine power generation. Proceedings Power Generation & Sustainable Development Conference, Liège, Belgium (2001).
  • R. Span: Technical options for controlling power plant CO2 emissions: A long range view. Presented in: The role of technology, legislation and trading for mitigation of CO2 in a carbon constrained global economy. Panel discussion, ASME TURBO EXPO, New Orleans, Louisiana, USA (2001).
  • D. Bücker, R. Span und W. Wagner: Thermodynamic property models for moist air and combustion gases. Journal of Engineering for Gas Turbines and Power, 125, 374 - 383 (2003).


Ansprechpartner: Roland Span
 

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